Die Erstis auf der Überholspur?

Jetzt, wo das erste Semester sich dem Ende neigt und die ersten Prüfungen bevorstehen, will ich lieber darauf verzichten, einen Rückblick zu geben oder gar ein Resumé. Aber eine Sache gibt es, die nicht nur aus irgendeinem Grund in unseren Köpfen (also denen der Erstis) steckt, sondern aus einem guten. Irgendwie auch aus einem seltsamen.

Wir sind der zweite Jahrgang der potentiellen Stadtplaner an unserer FH. Fachhochschule bedeutet auch, dass wir, wie in der Schule, einen vorgegebenen Stundenplan haben. Anders, als an Unis, lernt bei uns also jeder Jahrgang ungefähr das Gleiche. Sollte man zumindest meinen. Gespräche mit den aktuellen Drittsemestlern zeigen aber ganz andere Dinge. Ihr merkt jetzt vielleicht, was es mit der Überschrift auf sich hat und worauf ich hinaus will.
Verdutzte Menschen schauten mich an, als ich ihnen mein „Würfel-Modell“ (ein 15*15*15 cm Würfel, den wir durch Reduktion gestalten mussten) zeigte. „Wie, sowas macht ihr?! Das könnte ich nicht!“, lautete die Antwort der Menschen, die zwei Semester über uns stehen. Nachdem ich erklärt habe, was wir in unseren Modulen sonst noch so machen, erntete ich noch mehr solcher Blicke und Antworten. „Also unsere ersten beiden Semester waren Pille-Palle. Wir haben nie sowas anspruchsvolles gemacht. Etc. bla!“

Wenige Wochen zuvor hat mich eine meiner Professorinnen gefragt, ob sie uns Studenten denn überhaupt genug fordern würden. Ich kann zwar verstehen, dass unsere Profs noch etwas experimentieren müssen. Schließlich sind wir ja auch erst, wie ich weiter oben bereits schreib, der zweite Jahrgang. Es gibt zwar ein Konzept, aber die Details müssen freilich noch ausprobiert werden.
Wie aber kann es sein, dass von einem aufs nächste Semester der Stoff einerseits dermaßen angezogen wird, andererseits aber noch die Frage offensteht, ob wir überhaupt genug gefordert werden? Wie blicken unsere Profs denn auf das allererste Stadtplaner-Semester („damals“ hieß es noch Städtebau) zurück, wenn sogar die Studenten sagen, dass es nicht schwer war?

Sind wir alle nur Versuchskaninchen, damit diejenigen, die im nächsten Wintersemester auf unsere FH gehen, eine gut überlegte und ausgeglichene Ausbildung bekommen können? Schwer vorstellbar, aber experimentiert wird auf jeden Fall mit uns, sonst gäbe es diese Unterschiede nicht. Trotzdem mache ich mir keine Sorgen. Lieber gehöre ich zu denen, die härter angepackt werden, weil ich dann weiß, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Berechtigterweise geht bei uns das Gerücht um, wir hätten jetzt schon mehr drauf, als unsere Kommilitonen aus dem dritten Semester. So weit möchte ich mich aber nicht aus dem Fenster lehnen.

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2 Gedanken zu „Die Erstis auf der Überholspur?

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