Projekt Stadt [2]: Sekundäranalyse

Teil eins: Projekt Stadt [1]: Einführung

Um sinnvoll innerhalb einer Stadt oder eines Quartiers planen zu können, ist es notwendig, sich mit dem zu beplanenden Gebiet auseinanderzusetzen. Das beinhaltet zuerst, sich mit der Geschichte der Stadt als Ganzes und weiter mit der Geschichte des Quartiers vertraut zu machen. Weitere wichtige Informationen sind sog. Primärdaten (solche Daten, die bereits erhoben wurden) über Einwohnerzahlen, Flächengrößen etc.

Auch wenn einem im ersten Moment nicht ganz klar ist, inwiefern einem diese und jene Information nützt, so kann sie zu einem späteren Zeitpunkt wichtig für bestimmte Entscheidungsfindungen sein (z.B. über Art und Ausmaß von Verkehrsanbindungen, auch bezogen auf den ÖPNV).

Geschichte

Kurz gegooglet (oder „gegoogelt“? Ich kenne beide Schreibweisen) und eine lesenswerte Chronik über Hannover´s Geschichte auf Stadthistorie.info gefunden.
Zur Geschichte des Stadtteils Linden-Limmer finden sich ebenfalls Infos im Netz. Für meine grobe Erst-Recherche nehme ich mal vorlieb mit dem entsprechenden Wikipedia-Artikel (Wikipedia hat mir bisher nie einen Anlass gegeben, ihr nicht zu vertrauen, trotzdem empfiehlt es sich immer, mehrere Quellen miteinander zu vergleichen). Ich verzichte also darauf, hier alles widerzukäuen.

Grob gesagt, waren sowohl Linden, als auch Limmer, früher zwei eigenständige Dörfer. Linden wurde während des 19. Jahrhunderts eine Industriestadt und Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen mit dem mittlerweile stark gewachsenen Dorf Limmer eingemeindet. Im Jahre 1920 wurde Linden-Limmer dann nach Hannover eingemeindet und ist seitdem einer von 13 Stadtbezirken, welche sich aus insgesamt 51 Stadtteilen zusammensetzen.

Nachdem die Continental AG (s. den ersten Teil) sich 1999 aus dem Gebiet zurückgezogen hat, liegt ein großer Teil des Stadtbezirks brach. Das Gebiet wird zwar zum Teil genutzt (z.B. ist dort ein Ruderclub ansässig), jedoch ist das Gebiet insgesamt „unterversorgt“ an produktiven Nutzungen, was nicht nur einfach unschön aussieht, sondern auch aus ökonomischer und sozialer Sicht ungünstig ist.

Primärdaten

Hinweis: Da die Seite des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen zurzeit nicht so recht will, beziehen sich die folgenden Zahlen auf Wikipedia, welche die oben genannte Seite als direkte Quelle angibt.

Einwohner Hannover gesamt: ~ 526.000
Bevölkerungsdichte Hannover gesamt: ~ 2600 Einwohner/km²
Einwohner Linden-Limmer: ~ 43.000 (ca. 8 % der Gesamteinwohnerzahl)
Bevölkerungsdichte Linden-Limmer: ~ 5300 Einwohner/km²

Linden-Limmer hat eine der höchsten Bevölkerungsdichten der 13 Stadtbezirke Hannovers, dessen Durchschnitt weit unter Linden-Limmer liegt. Wenn nun in diesem Stadtbezirk noch mehr Einwohner leben werden, hat dies Folgen für die Stadt und den Bezirk im Speziellen.
Als ein Beispiel schauen wir uns mal die Erschließung des Bezirks an.

Erschließung

Q: Google Earth

Die Haupterschließungsrouten Richtung Innenstadt und der Bundesstraße 6 führen über die Wunstorfer Landstraße und die Straße Eichenbrink. Nun ist meine erste Frage, ob diese beiden Straßen derzeit ausreichen, um den Bezirk zu erschließen oder ob es Probleme mit zu dichtem Verkehr gibt (kommt auf die To-Do für die Ortsbesichtigung).
Sollte es sein, dass die beiden Straßen jetzt schon nicht mehr ausreichen, muss im Vorfeld überlegt werden, die dieses Problem, welches sich durch ein weiteres Wohngebiet erheblich verstärken würde, umgangen werden kann. Das vorhandene Straßennetz müsste weiter ausgebaut werden, um dem „Ansturm“ neuer Einwohner stand halten zu können. In welchem Ausmaß dies geschehen müsste, vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen.

Weitere Fragen, die man sich stellen muss, könnten u.a. sein:

  • Wie soll die Verkehrssituation im neuen Wohngebiet aussehen? (Verkehrsberuhigt?)
  • Mit wie vielen Autos pro Wohneinheit muss gerechnet werden?
  • Brauchen die Anwohner des neuen Wohngebiets eventuell sogar eine neue, eigene Hauptverkehrstraße (z.B. im Norden, entlang des Flusses, was auch Nachteile hätte)?

Die Frage nach dem Verkehr ist nur eine von vielen, die man sich stellen muss (Nutzung und Bedarf an öffentlichen Freiräumen, erwünschte soziale Strukturen usw.) Wichtig ist vor allem, so viele öffentliche Daten über das Gebiet zu sammeln, wie nur geht. Im Falle einer wichtigen Frage könnten sich daraus die richtigen (oder besser: gute, ein „richtig“ gibt es in der Stadtplanung nicht, da es ein „perfekt“ impliziert) Antworten herleiten lassen.

Im dritten Teil schauen wir uns das Gebiet aus nächster Nähe an.

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2 Gedanken zu „Projekt Stadt [2]: Sekundäranalyse

  1. Pingback: Projekt Stadt [1]: Einführung | StadtStudium

  2. Pingback: Projekt Stadt [3]: Ortsbesichtigung | StadtStudium

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